You fly to Honolulu, you lucky things!

Glücksbärchis • 29. Juli 2023

Wenn ein Paradies die Erwartungen übertrifft


"You fly to Honolulu - you lucky things!" , so wurden wir von der Stewardess in Auckland begrüßt, die sichtlich neidisch war, ob unseres nächsten Ziels.


Apropo Auckland; kurz vor unserem Flug haben wir uns dort noch mit Finnja getroffen. Finnja ist das super nette Aupair-Mädchen, das wir bei unserer ersten Station in der Nähe von Christchurch getroffen hatten und die inzwischen ihren Einsatzort gewechselt hatte. Bei Finnja haben wir mehrere Dinge festgestellt, die zu sehr interessanten Erkenntnissen über uns selbst geführt haben. Finnja hat nämlich eine andere Sprache gesprochen. Es war eindeutig Deutsch, aber das Deutsch einer 18-Jährigen, das sich erheblich von unserer Alltagssprache unterschieden hat. Auch in diesem Moment ist uns bewusst geworden, dass wir nicht mehr zu der jungen Generation gehören, die nach der Schule in die weite Welt ziehen und erwachsen werden. Bei uns hat es sehr viel länger gedauert, diesen Weg einzuschlagen - aufgrund von Ängsten, Krankheiten oder anders gedachten Lebensplanungen. Finnja hingegen ist mit ihren 18 Jahren auf die andere Seite der Welt gereist, um dort auf fremde fremdsprachige Kinder aufzupassen. Und zwar alleine! Ich habe großen Respekt vor ihr, zumal sie dann auch noch die Familie wechseln musste und sich wieder an einem neuen Ort eingelebt hat. Ich finde es super, wenn junge Menschen so früh lernen, selbstständig zu denken, zu handeln und Entscheidungen für sich treffen, was ihnen gut tut! Und für uns war es schön - wir wurden quasi von einer alten Freundin aus Neuseeland verabschiedet :-).


Ortswechsel: Das Navi im Auto ist programmiert auf "Honolulu". Und jetzt kurz aufgepasst - und zwar egal, ob Reisefans oder Zu-Hause-ist-es-am-schönsten-Blog-Leser. FAHRT NACH HONOLULU. Auch wenn ihr nur einen Tag lang habt, um die Insel Oahu zu erkunden; die Anreise, das investierte Geld und die Zeit lohnen sich.

Oahu, mit seiner Hauptstadt Honolulu, ist einer der schönsten Orte der Welt. Wir haben uns eine Woche lang einfach selig gefühlt.


Von den weißen Stränden und dem türkisblauen, warmen Meer, von den Bananenstauden, unter denen wir an einem der wenigen privaten Campingplätzen Hawaiis geduscht haben, von der Wärme und Sonne des Tages, die einen auch Abends noch im T-Shirt den Sonnenuntergang hat genießen lassen, von den mit Regenwald überzogenen tiefgrünen Bergrücken, von den Riffen mit bunten Fischen und Schildkröten, die einem gegen die Füße geschwommen sind, wenn man nicht aus dem Weg gehüpft ist, von den Cocktails zu hawaiianischen Klägen und spontanen Tanzeinlagen älterer Damen, von den Kokospalmen (unter die man sich natürlich nicht direkt legt), von den frischen Bio-Litschis, die am Straßenrand vom nächsten Pick-up verkauft werden, von den Familienbarbecues, die stets fröhlich an jedem Strand stattfinden, von Pearl Habour, das zu einem Ort des internationalen Friedens geworden ist, von den Surfern am Waikiki-Beach.


Hawaiis Hauptinsel hat unsere völlig überzogenen Fernseh-Erwartungen übertroffen. Vielleicht ist es auch einer der wenigen Orte, wo Amerika so ist, wie es sein sollte. Menschen jeder Hautfarbe und jeder Herkunft leben hier friedlich zusammen - jeder verwirklicht sich so, wie er möchte, die Menschen leben ein Leben im Kreis ihrer Familien und Freunde. Sie nehmen sich Zeit für die wunderschöne Natur und man sieht nicht den allgemeinen Festland-Stress in ihren Augen. Zwei kleine Anekdoten dazu: als wir frisch angekommen waren und in Honolulu eine Sim-Karte besorgen wollten, hat Tobi geparkt und ich habe mich schonmal orientiert. Da läuft ein junger Mann mit Surfbrett die Straße Richtung Strand entlang und fragt, ob wir zufällig eine Schere haben. Er hat unseren vollen Kofferraum gesehen, glaube ich ;-). Ich suche schnell und gemeinsam schneiden wir ein kleines Band von seinem Surfbrett ab, das sich teils aufgelöst hatte. Er ist voller Dank und wünscht uns einen schönen Aufenthalt. Dann stellen wir fest, dass wir kein Kleingeld für die witzigen Parkuhren haben, die natürlich nur eine kaputte Kreditkartenfunktion haben. Mal davon abgesehen, dass die Parkuhren so steinzeitlich sind, dass wir nicht mal die Bedienung richtig checken. Wir halten eine junge Frau an und fragen, ob sie weiß, wie das geht. Auch sie versucht es mit unserer Kreditkarte; als das alles nicht geht, leer sie ihre gesamte Tasche aus und gibt uns ihr Kleingeld, damit wir die Parkzeit einwerfen können. Ich will ihr wenigstens einen äquivalten Dollarschein in die Hand drücken. Aber sie sagt nur: "Welcome to Honolulu!"


 

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von Johanna Baer 12. Januar 2026
Am zweiten Januarwochenende hat mir Tobi auf einer sehr lustigen Familienfeier jemanden mit den Worten vorgestellt: da ist jemand ein Fan von uns 😊. Und mir ist das Herz aufgegangen. Uns hatten auf dieser großen Feier von Tobis großem Bruder schon einige Menschen gesagt, wir toll sie unsere Erlebnisse und Unternehmungen finden. Mit am nettesten war die Begrüßung: „Oh Tobi, der Kleine! Du bist genau wie früher und bringst allen Schnaps“, denn Tobi war damals in der Musikkapelle immer einer der Jüngsten gewesen. Dass er nun fast alle überragt, hat niemanden davon abgehalten, in den Kleinen zu nennen und völlig überrascht zu sein, dass er schon seit über sechs Jahren verheiratet ist… Aber zurück zu unserem Fan 😊. Es hat sich herausgestellt, dass die liebe Bekannte immer so gerne unsere Berichte und kleinen Posts liest und sich richtig darüber freut, wenn wir etwas schreiben. Das war so schön zu hören, denn oft sitze ich vor meinem PC und frage mich, wer das liest und ob das überhaupt Sinn macht, zu schreiben. Es ist zwar in jedem Fall auch wie ein bisschen ein Tagebuch für uns, aber als Buch wollte es bisher auch keiner herausbringen. Also wird es wohl einfach weiter ein Blog sein, aber einer, den ich auch wieder mehr wertschätze, weil ich weiß, dass es doch einige liebe Menschen gibt, die ihn gerne lesen! Das Jahr 2025 haben wir kaum etwas geschrieben, also werde ich jetzt einen kurzen Jahresdurchgang machen. Vom Obstbäumeschneiden in Niederbayern über wunderschöne arbeitsreiche Monate auf einer Schweizer Alp und einer kleinen Tour de France, die schließlich in eine echte Auszeit in der Bretagne gemündet ist. Winter und Frühling Vielleicht passt Winter und Frühling ganz gut zu den beiden Orten, an denen wir in den ersten Monaten des Jahres 2025 gearbeitet haben. Einerseits war Tobi in einem Seminarhaus an unserem damaligen Wohnort tätig, andererseits haben wir beide beim Streuobstbetrieb Stöckl in Niederbayern gearbeitet. Es fällt mir schwer über die frostige, winterliche Zeit am ersten Ort zu schreiben, denn es hat sich herausgestellt, dass dort nicht der richtige Ort für uns war. Auch wenn wir dort viele sehr nette Menschen kennengelernt haben und im Jahr zuvor einen ganzen kleinen Gemüsebetrieb aufgebaut haben (mit Gewächshaus und Businessplan etc.), haben manche Begegnungen dazu geführt, dass wir sehr traurig und psychisch heftig angegriffen nach einem anderen Wohn-, Arbeits- und Lebensort gesucht haben. So viel zu diesem Winter-Teil, wer mehr wissen möchte, darf sich gerne direkt an uns wenden! Der parallel verbrachte Frühling bei Familie Stöckl in Niederbayern, so nennen ich es jetzt mal, auch wenn es manchmal fünf Grad und Nieselregen waren, haben uns oft über die schwierigen Zeiten weitergeholfen. Gemeinsam bei Sonne, Regen, Wind und Wetter die Obstbäume in Zentralbayern so zu schneiden, dass sie optimal wachsen und qualitativ hochwertige Früchte tragen, hat im gemeinsamen Team immer Freude gemacht. Selbst wenn man mit der Mistgabel dem Anhänger hinterherläuft, um den Mist auf der 2 Hektar großen Wiese unter den Bäumen mit Schwung zu verteilen, ist die Arbeit immer wohltuend, nie stressig, aber durchaus herausfordernd und vor allem sehr zufriedenstellend gewesen. Auch die Tage, die ich im Büro verbracht habe, habe ich in guter Erinnerung. Nicht nur, weil immer ein Kaffee und ein Schwätzchen in der Küche mit jemandem aus der Familie möglich ist, sondern auch, weil es ich zwar nach wie vor eine sitzende Tätigkeit vor einem Bildschirm nicht mag, aaaaaaber die Verwaltung eines Betriebs nun einmal sein muss und ich dabei einen Beitrag leisten kann. So nutzt das Computer- und Verwaltungswissen einem guten Zweck und Selbstwirksamkeit hat ja noch keinem geschadet! Der wirtschaftliche Streuobstanbau ist für mich ein Betriebszweig, der wirklich Sinn macht – dort werden Umweltschutz und regionale Lebensmittelversorgung, lokal verfügbare Arbeitsplätze mit hohem Weiterbildungs- und Verwirklichungspotential und der Schutz der Biodiversität zukunftsfähig zusammengedacht. Außerdem haben wir die lustigste Fortbildung unseres Lebens gemacht und sind jetzt Staatliche geprüfte Obstbaumpfleger. Nach vier Ausbildungswochenenden in Passau, so viel Lachen, wie man sich niemals vorstellen kann, ein paar geschnittenen Bäumen, einer saftigen Prüfung haben wir Freunde fürs Leben gefunden und dürfen jetzt ganz offiziell Förderungen aus dem Streuobstpakt beantragen…(oder so ähnlich). Wir haben lange überlegt, ob wir nicht gleich nach Niederbayern ziehen und zu echten Streuobst-Mit-Bauern werden, aber der Drang, nochmal etwas Neues kennenzulernen, war dann doch größer und wir haben uns ziemlich spontan eine Schweizer Alp gesucht. Denn auf die Frage, was wir am liebsten arbeiten, lautet die Antwort scheinbar alle paar Jahre wieder: „Zwischen Kühen sitzen!“ Deshalb haben wir Anfang Mai unser Hab und Gut in einen Container geräumt (Spoiler-Alarm, dort ist es noch immer!) und den Rest in unser Auto gepackt. Auf dem Weg in die Schweiz, wo wir bereits erwartet wurden, denn die Kühe waren dank des milden Frühlings schon ohne uns auf der Alp, ist uns unser Auto mitten auf der Bundesstraße ausgegangen. Wir dachten beide, wir spinnen. Nach super stressigen Umzugs-/Putz-/Erledigungstagen hatten wir alles in das Auto gequetscht und dann geht es einfach aus. Und es war leider keine einfache Panne, sondern der Motor war kaputt. Ja, richtig gehört, Zahnriemen gerissen, kurz nach der Gewährleistungsfrist und keine Werkstatt, die das so einfach richten kann. Kostenaussicht 5.-10.000€. Wir waren mental so fertig, dass wir eigentlich gar nicht mehr wussten, ob wir lachen oder weinen sollen. Gottseidank neigen wir beide in solchen Situationen nicht zum Verzweifeln, sondern zum sofortigen Handeln und so waren wir ein paar Stunden nach der Panne, in einem zu kleinen Mietwagen mit nur der Hälfte von unserem Zeug, auf der Autobahn Richtung Schweiz. Völlig ungeplant haben wir dann die Nacht mal wieder bei unseren lieben Freunden auf einem Schafshof bei Mindelheim verbracht, zum Weiterfahren war es einfach zu spät. Und am nächsten Tag waren wir in der Schweiz – auf der Alp – und sind dort eingezogen. Das Drama, wie unser Auto schließlich doch noch repariert worden ist, wie der Mietwagen NICHT zurück an den richtigen Abgabeort gekommen ist und wie sehr wir uns mit der Autovermietung gestritten haben, lasse ich an dieser Stelle aus. Sonst rege ich mich zu sehr auf und ich glaube, das habe ich damals schon genug getan. Seltsamerweise wird alles irgendwann gut – auch wenn es uns zwei Monatsgehälter gekostet hat. Das ist wohl der Preis für das Alles-Gut-Werden, aber im Grunde genommen – und das habe ich von Tobi gelernt – ist es „nur Geld“. Nicht unsere Gesundheit, nicht ein schlimmer Unfall und nicht unser Lebensglück. Zum Thema Geld, ich glaube, das ist ein wichtiges Thema, gerade bei „Weltreisenden“ oder wie sie gesehen werden 😊. Es mag sie geben, die Menschen, die mit null Euro Startguthaben oder auch nur mit 2000 Euro auf dem Bankkonto um die Welt ziehen. Wir waren das nie und werden das auch nicht sein; denn finanzielle Sicherheit ist mir unglaublich wichtig. Die Frage, woher wir das Geld haben, so viel zu reisen oder nicht jahrelang demselben akademischen Job nachzugehen, hat viele Facetten. Die erste und wichtigste ist, dass wir beide unglaublich großzügige Eltern und Verwandte haben. Wir haben beide ein Studium finanziert bekommen, dazu teilweise auch noch die Mieten als Studenten und wirklich großzügige Geschenke zu Weihnachten, Geburtstagen oder auch einfach sonst einmal. Dafür sind wir unendlich dankbar, denn das Glück, in Familien aufzuwachsen, die uns finanziell und emotional mehr als nur eine stabile Basis gegeben haben, ist weltweit sehr selten. Auch aus diesem Grund schreiben wir über unsere Erlebnisse – damit alle, die es gerne möchten, aber aus verschiedenen Gründen nicht können oder wollen, diese ein bisschen miterleben. Wenn wir das alles erleben dürfen und können, dann möchten wir es so vielen Menschen wie möglich auch zur Verfügung stellen. Dieser familiäre Grundstock hat es uns dann ermöglicht, zu sparen und wir sind während unserer Studien beide auch Studentenjobs nachgegangen. Und schließlich haben wir beide gut bezahlte Jobs (für den sozialen Bereich 😉) gehabt, in denen wir einige Jahre lang gearbeitet haben. Auch wenn wir natürlich viel Geld für die Miete in München und Umgebung ausgegeben haben, pflegen wir außer unseren Reisen und gutem, ökologischem Essen keine kostspieligen Hobbies (okay, das mit dem Tauchen hätten wir nicht anfangen sollen, wenn es danach geht). Sagen wir mal, wie haben keinen kostspieligen alltäglichen Lebensstil – keine unnötigen Amazonbestellungen, kein Schmuck, keine schicken Autos, keine technischen Gadgets, wenig Klamotten und Schuhe, kaum Deko – wobei ich finde, wir haben eh unendlich Kram! – und vermutlich vergesse ich all die Dinge, an die wir einfach nie denken würden, sie zu kaufen. Also zum Beispiel auch kein Haus, kein Grundstück, kein Darlehen dafür und keine finanziellen familiären Verpflichtungen. Das Allerwichtigste finde ich, dass jeder das für sich macht/kauft/tut, was zu ihm passt. Bei uns sind es eben die Reisen, dafür aber viele andere Sachen nicht, die für andere Menschen wichtig sind. Bei all unseren Jobs achten wir darauf, dass wir genug verdienen, um unseren Alltag und die Zeiten der Reisen finanzieren können und nebenher noch etwas für die Rente zur Seite zu legen. Also nein, wir sind nicht die Mit-Null-Euro-Um-Die-Welt-Backpacker. So mutig (?) wären wir nie und wollen es auch nicht sein. Vielleicht ist damit das Geheimnis um unsere Weltreise-Geldbeutel gelüftet 😊. Da ich völlig vom Thema abgekommen bin, werde ich über die 22 gemütlichen Schweizer Milchkühe, das kleine Kälbchen und die Tonnen an Käse aus Miraculix Kupferkessel das nächste Mal schreiben! Ich freue mich, wenn ihr dabei seid!
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