Das richtige Australien

Hanni • 24. Februar 2023

Uluru & Kata Tjuta


Der Ayers Rock wird endlich offiziell Uluru genannt - so wie er für die Aborigines heißt, die ursprünglichen Bewohner Australiens.


Viele Menschen fahren nach Australien - sicherlich mit dem Gedanken, diesen roten Fels im Zentrum des Kontinents zu besuchen. Wenn man sich aber in Australien befindet, dann ist der Uluru noch immer von fast jedem Ort gute 2000-4000 Kilometer entfernt. Die meisten Besucher*innen entscheiden sich - wenn überhaupt - für einen kurzen Hinflug ins Outback und springen zwei Tage später wieder ins Flugzeug. Für sie muss die Hitze, die Ebene und der herausragende rote Fels noch viel unwirklicher erscheinen als für uns.


Für uns zwei, die so wenig wie möglich fliegen wollten, blieb keine andere Wahl, als tagelang durchs bis zu 43 Grad heiße Outback mit dem Auto zu fahren. Ehrlich gesagt, traue ich mich im Nachhinein nicht, nachzulesen, ob wir damit wirklich weniger CO2 produziert haben - bei 4567 gefahrenen Kilometern. Es war ein Abenteuer; nur seltsamerweise ein ziemlich grünes! Also jetzt nicht wegerm Co2, sondern wegen der Landschaft ;-). Da in diesem Jahr das Wetterphänomen La Niña zuschlägt, hatte es kurz vorher zu einer äußerst ungewöhnlichen Zeit - im Sommer! - geregnet und das Steppengras, alle Büsche und Bäume sprossen frisch und in allen erdenklichen Grüntönen. Immerhin, zwischendrin hat man schon die rote Erde gesehen ;-).


Insgesamt sind wir hin und zurück vier Tage nur gefahren - fünfundvierzig Stunden mit 110, kaum anderen entgegenkommenden Autos und zwei sehr interessanten Stops in der Opalstadt Coober Pedy. Der Campingplatz mit Pool war unsere Rettung im Nirgendwo. In dieser Stadt haben wir zum ersten Mal einen höheren Anteil Aborigines gesehen - die vermutlich mit den klimatischen Bedingungen eher klarkommen als jede hellhäutige Person. Ganz davon abgesehen, dass Aborigines schon seit 65.000 Tausend Jahren dieses Land bewohnen und die erstaunliche Fähigkeit hatten, ohne moderne Einrichtungen zu überleben. Im Outback hat man sie möglicherweise nur deshalb nicht so sehr vertrieben, weil das Land für weiße Siedler größtenteils unbrauchbar war - bis man Edelmetalle gefunden hat.


Nach langer, langer Zeit schließlich tauchte das Ayers Rock Resort auf - ein Outback-Dorf mit Hotels, Campingplatz, Restaurants, Kunstgalerien und ein paar Wohnungen. Eine rein touristische Infrastruktur - immerhin halbwegs dezent in die Landschaft eingepasst und endlich mit vernünftigen Ausbildungsprogrammen für die Ursprungsbevölkerung.


Wir haben am ersten Abend den Sonnenuntergang im Uluru-Nationalpark beobachtet, daraufhin Fliegennetze für unsere Hüte gekauft, am nächsten Tag den Sonnenaufgang über dem Uluru und Kata Tjuta angesehen und anschließend eine geführte Tour am Uluru von einem einheimischen Ranger besucht. 

Aus tiefstem Herzen: es ist einer der schönsten, beeindruckendsten Orte, die wir je gesehen haben. Die unglaubliche Hitze, die uralten Felsenzeichnungen und Erzählungen der Aborigines, die sie über Generationen zu Wasserlöchern geführt haben, ihre Weisheit über natürliche Abläufe, die Größe des Felsens und seine verschiedensten Seitenansichten, die Vögel, das Licht und die Sonne, die Blumen und die unendliche Ebenen in alle Richtungen haben eine ganz spezielle Wirkung. Zunächst denkt man, in einer äußerst lebensfeindlichen Umgebung zu sein; doch der rote, riesige Fels ist ein Quell voller Leben. Verschiedenste Sträucher mit schmackhaften Blüten, viele unterschiedliche Tiere und tatsächlich Wasser, dass sich am unteren Ende der riesigen Wände sammelt.


Am nächsten Morgen sind wir um fünf Uhr aufgestanden, um durch das Tal der Winde in Kata Tjuta zu wandern. Kata Tjuta (früher die "Olgas" genannt) ist eine Ansammlung von 36 Felshügeln, die in ihrer Mitte ein kleines fruchtbares Tal geschaffen haben. Der Wanderweg war einmalig, auch wenn es morgens um neun bereits deutlich über dreißig Grad hatte. Um jede Ecke bzw. um jeden Felsen hat sich eine neue atemberaubende Aussicht geboten. Jemand hat schon gefragt, ob wir uns eigentlich vor einer Fototapete fotographieren haben lassen ;-). Und als der Lärm der Hostel-Reisegruppe verschwunden war, hat man sogar den Wind durch die Felsspalten säuseln hören.


Der Rest war wieder Fahren, Fahren, Fahren - und ein neues Gefühl, auch das ganz innere, vielleicht das authentischste Australien erlebt zu haben.



Ps: 

Um ehrlich zu sein, waren es vermutlich nur circa 4000 Kilometer im Outback, denn wir haben unseren Mietwagen bereits in Melbourne geliehen und sind nach einem normalerweise alltäglich anmutendem Stadtwochenende (Friseurbesuche, Unterwäsche nachkaufen, Freunde treffen - Danke Gaby und Roland für den schönen Spaziergang durchs nächtliche Melbourne! -, Wäsche waschen, Nudeln kochen, ausschlafen) die Great Ocean Road Richtung Adelaide gefahren. Tobi konnte an seinem 33. Geburtstag im erfrischenden Meer schwimmen gehen und wir haben Billard im südlichsten Pub Festland-Australiens gespielt.


Pps: In Melbourne haben wir eine wunderschöne Ausstellung besucht - auch hier absolut kein traditionelles Museum, sondern mehr eine Show aus Ausschnitten von Bildern der Impressionisten mit passender Musik unterlegt. Wunderschöne Details, ein riesiger Raum, tolle Zitate. Die Australier können moderne Kunst!



Fotos Outback: Uluru & Kata Tjuta

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Fotos Melbourne & Great Ocean Road

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von Johanna Baer 12. Januar 2026
Am zweiten Januarwochenende hat mir Tobi auf einer sehr lustigen Familienfeier jemanden mit den Worten vorgestellt: da ist jemand ein Fan von uns 😊. Und mir ist das Herz aufgegangen. Uns hatten auf dieser großen Feier von Tobis großem Bruder schon einige Menschen gesagt, wir toll sie unsere Erlebnisse und Unternehmungen finden. Mit am nettesten war die Begrüßung: „Oh Tobi, der Kleine! Du bist genau wie früher und bringst allen Schnaps“, denn Tobi war damals in der Musikkapelle immer einer der Jüngsten gewesen. Dass er nun fast alle überragt, hat niemanden davon abgehalten, in den Kleinen zu nennen und völlig überrascht zu sein, dass er schon seit über sechs Jahren verheiratet ist… Aber zurück zu unserem Fan 😊. Es hat sich herausgestellt, dass die liebe Bekannte immer so gerne unsere Berichte und kleinen Posts liest und sich richtig darüber freut, wenn wir etwas schreiben. Das war so schön zu hören, denn oft sitze ich vor meinem PC und frage mich, wer das liest und ob das überhaupt Sinn macht, zu schreiben. Es ist zwar in jedem Fall auch wie ein bisschen ein Tagebuch für uns, aber als Buch wollte es bisher auch keiner herausbringen. Also wird es wohl einfach weiter ein Blog sein, aber einer, den ich auch wieder mehr wertschätze, weil ich weiß, dass es doch einige liebe Menschen gibt, die ihn gerne lesen! Das Jahr 2025 haben wir kaum etwas geschrieben, also werde ich jetzt einen kurzen Jahresdurchgang machen. Vom Obstbäumeschneiden in Niederbayern über wunderschöne arbeitsreiche Monate auf einer Schweizer Alp und einer kleinen Tour de France, die schließlich in eine echte Auszeit in der Bretagne gemündet ist. Winter und Frühling Vielleicht passt Winter und Frühling ganz gut zu den beiden Orten, an denen wir in den ersten Monaten des Jahres 2025 gearbeitet haben. Einerseits war Tobi in einem Seminarhaus an unserem damaligen Wohnort tätig, andererseits haben wir beide beim Streuobstbetrieb Stöckl in Niederbayern gearbeitet. Es fällt mir schwer über die frostige, winterliche Zeit am ersten Ort zu schreiben, denn es hat sich herausgestellt, dass dort nicht der richtige Ort für uns war. Auch wenn wir dort viele sehr nette Menschen kennengelernt haben und im Jahr zuvor einen ganzen kleinen Gemüsebetrieb aufgebaut haben (mit Gewächshaus und Businessplan etc.), haben manche Begegnungen dazu geführt, dass wir sehr traurig und psychisch heftig angegriffen nach einem anderen Wohn-, Arbeits- und Lebensort gesucht haben. So viel zu diesem Winter-Teil, wer mehr wissen möchte, darf sich gerne direkt an uns wenden! Der parallel verbrachte Frühling bei Familie Stöckl in Niederbayern, so nennen ich es jetzt mal, auch wenn es manchmal fünf Grad und Nieselregen waren, haben uns oft über die schwierigen Zeiten weitergeholfen. Gemeinsam bei Sonne, Regen, Wind und Wetter die Obstbäume in Zentralbayern so zu schneiden, dass sie optimal wachsen und qualitativ hochwertige Früchte tragen, hat im gemeinsamen Team immer Freude gemacht. Selbst wenn man mit der Mistgabel dem Anhänger hinterherläuft, um den Mist auf der 2 Hektar großen Wiese unter den Bäumen mit Schwung zu verteilen, ist die Arbeit immer wohltuend, nie stressig, aber durchaus herausfordernd und vor allem sehr zufriedenstellend gewesen. Auch die Tage, die ich im Büro verbracht habe, habe ich in guter Erinnerung. Nicht nur, weil immer ein Kaffee und ein Schwätzchen in der Küche mit jemandem aus der Familie möglich ist, sondern auch, weil es ich zwar nach wie vor eine sitzende Tätigkeit vor einem Bildschirm nicht mag, aaaaaaber die Verwaltung eines Betriebs nun einmal sein muss und ich dabei einen Beitrag leisten kann. So nutzt das Computer- und Verwaltungswissen einem guten Zweck und Selbstwirksamkeit hat ja noch keinem geschadet! Der wirtschaftliche Streuobstanbau ist für mich ein Betriebszweig, der wirklich Sinn macht – dort werden Umweltschutz und regionale Lebensmittelversorgung, lokal verfügbare Arbeitsplätze mit hohem Weiterbildungs- und Verwirklichungspotential und der Schutz der Biodiversität zukunftsfähig zusammengedacht. Außerdem haben wir die lustigste Fortbildung unseres Lebens gemacht und sind jetzt Staatliche geprüfte Obstbaumpfleger. Nach vier Ausbildungswochenenden in Passau, so viel Lachen, wie man sich niemals vorstellen kann, ein paar geschnittenen Bäumen, einer saftigen Prüfung haben wir Freunde fürs Leben gefunden und dürfen jetzt ganz offiziell Förderungen aus dem Streuobstpakt beantragen…(oder so ähnlich). Wir haben lange überlegt, ob wir nicht gleich nach Niederbayern ziehen und zu echten Streuobst-Mit-Bauern werden, aber der Drang, nochmal etwas Neues kennenzulernen, war dann doch größer und wir haben uns ziemlich spontan eine Schweizer Alp gesucht. Denn auf die Frage, was wir am liebsten arbeiten, lautet die Antwort scheinbar alle paar Jahre wieder: „Zwischen Kühen sitzen!“ Deshalb haben wir Anfang Mai unser Hab und Gut in einen Container geräumt (Spoiler-Alarm, dort ist es noch immer!) und den Rest in unser Auto gepackt. Auf dem Weg in die Schweiz, wo wir bereits erwartet wurden, denn die Kühe waren dank des milden Frühlings schon ohne uns auf der Alp, ist uns unser Auto mitten auf der Bundesstraße ausgegangen. Wir dachten beide, wir spinnen. Nach super stressigen Umzugs-/Putz-/Erledigungstagen hatten wir alles in das Auto gequetscht und dann geht es einfach aus. Und es war leider keine einfache Panne, sondern der Motor war kaputt. Ja, richtig gehört, Zahnriemen gerissen, kurz nach der Gewährleistungsfrist und keine Werkstatt, die das so einfach richten kann. Kostenaussicht 5.-10.000€. Wir waren mental so fertig, dass wir eigentlich gar nicht mehr wussten, ob wir lachen oder weinen sollen. Gottseidank neigen wir beide in solchen Situationen nicht zum Verzweifeln, sondern zum sofortigen Handeln und so waren wir ein paar Stunden nach der Panne, in einem zu kleinen Mietwagen mit nur der Hälfte von unserem Zeug, auf der Autobahn Richtung Schweiz. Völlig ungeplant haben wir dann die Nacht mal wieder bei unseren lieben Freunden auf einem Schafshof bei Mindelheim verbracht, zum Weiterfahren war es einfach zu spät. Und am nächsten Tag waren wir in der Schweiz – auf der Alp – und sind dort eingezogen. Das Drama, wie unser Auto schließlich doch noch repariert worden ist, wie der Mietwagen NICHT zurück an den richtigen Abgabeort gekommen ist und wie sehr wir uns mit der Autovermietung gestritten haben, lasse ich an dieser Stelle aus. Sonst rege ich mich zu sehr auf und ich glaube, das habe ich damals schon genug getan. Seltsamerweise wird alles irgendwann gut – auch wenn es uns zwei Monatsgehälter gekostet hat. Das ist wohl der Preis für das Alles-Gut-Werden, aber im Grunde genommen – und das habe ich von Tobi gelernt – ist es „nur Geld“. Nicht unsere Gesundheit, nicht ein schlimmer Unfall und nicht unser Lebensglück. Zum Thema Geld, ich glaube, das ist ein wichtiges Thema, gerade bei „Weltreisenden“ oder wie sie gesehen werden 😊. Es mag sie geben, die Menschen, die mit null Euro Startguthaben oder auch nur mit 2000 Euro auf dem Bankkonto um die Welt ziehen. Wir waren das nie und werden das auch nicht sein; denn finanzielle Sicherheit ist mir unglaublich wichtig. Die Frage, woher wir das Geld haben, so viel zu reisen oder nicht jahrelang demselben akademischen Job nachzugehen, hat viele Facetten. Die erste und wichtigste ist, dass wir beide unglaublich großzügige Eltern und Verwandte haben. Wir haben beide ein Studium finanziert bekommen, dazu teilweise auch noch die Mieten als Studenten und wirklich großzügige Geschenke zu Weihnachten, Geburtstagen oder auch einfach sonst einmal. Dafür sind wir unendlich dankbar, denn das Glück, in Familien aufzuwachsen, die uns finanziell und emotional mehr als nur eine stabile Basis gegeben haben, ist weltweit sehr selten. Auch aus diesem Grund schreiben wir über unsere Erlebnisse – damit alle, die es gerne möchten, aber aus verschiedenen Gründen nicht können oder wollen, diese ein bisschen miterleben. Wenn wir das alles erleben dürfen und können, dann möchten wir es so vielen Menschen wie möglich auch zur Verfügung stellen. Dieser familiäre Grundstock hat es uns dann ermöglicht, zu sparen und wir sind während unserer Studien beide auch Studentenjobs nachgegangen. Und schließlich haben wir beide gut bezahlte Jobs (für den sozialen Bereich 😉) gehabt, in denen wir einige Jahre lang gearbeitet haben. Auch wenn wir natürlich viel Geld für die Miete in München und Umgebung ausgegeben haben, pflegen wir außer unseren Reisen und gutem, ökologischem Essen keine kostspieligen Hobbies (okay, das mit dem Tauchen hätten wir nicht anfangen sollen, wenn es danach geht). Sagen wir mal, wie haben keinen kostspieligen alltäglichen Lebensstil – keine unnötigen Amazonbestellungen, kein Schmuck, keine schicken Autos, keine technischen Gadgets, wenig Klamotten und Schuhe, kaum Deko – wobei ich finde, wir haben eh unendlich Kram! – und vermutlich vergesse ich all die Dinge, an die wir einfach nie denken würden, sie zu kaufen. Also zum Beispiel auch kein Haus, kein Grundstück, kein Darlehen dafür und keine finanziellen familiären Verpflichtungen. Das Allerwichtigste finde ich, dass jeder das für sich macht/kauft/tut, was zu ihm passt. Bei uns sind es eben die Reisen, dafür aber viele andere Sachen nicht, die für andere Menschen wichtig sind. Bei all unseren Jobs achten wir darauf, dass wir genug verdienen, um unseren Alltag und die Zeiten der Reisen finanzieren können und nebenher noch etwas für die Rente zur Seite zu legen. Also nein, wir sind nicht die Mit-Null-Euro-Um-Die-Welt-Backpacker. So mutig (?) wären wir nie und wollen es auch nicht sein. Vielleicht ist damit das Geheimnis um unsere Weltreise-Geldbeutel gelüftet 😊. Da ich völlig vom Thema abgekommen bin, werde ich über die 22 gemütlichen Schweizer Milchkühe, das kleine Kälbchen und die Tonnen an Käse aus Miraculix Kupferkessel das nächste Mal schreiben! Ich freue mich, wenn ihr dabei seid!
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